Klinik für Lungenheilkunde und Beatmungsmedizin - Kliniknews

Im Hochsommer hat fast jeder das Gefühl, kaum Luft zu bekommen. Bei hoher Hitze nicht verwunderlich – aber besonders unangenehm für Lungenkranke. „Temperaturen über 25°C oder Wetterwechsel, zum Beispiel vor Gewittern, erschweren das Atmen und erhöhen gerade bei Lungenkranken das Risiko für Atemnot und Krankheitsschübe“, erklärt Dr. Peter Fleimisch, Chefarzt der Klinik für Lungenheilkunde und Beatmungsmedizin im Rhein-Maas Klinikum.

„Wie gesunde Menschen, sollten an Asthma oder COPD Erkrankte Anstrengungen am Tag möglichst gering halten. Den täglichen Spaziergang oder die Atemübungen sollten Sie in die kühlen Morgenstunden oder den späten Abend verlegen.“

Was tun, wenn das Atmen schwerer als sonst fällt?

„Ruhe bewahren ist am wichtigsten“, so Dr. Peter Fleimisch. „Versuchen Sie nicht, in die Schnellatmung zu kommen. Atmen Sie tief und langsam in den Bauch ein. Setzen Sie die Lippenbremse ein. Zählen Sie beim Einatmen bis 4 und beim Ausatmen möglichst bis 8 – natürlich im gleichen Tempo zählen“, so Dr. Fleimisch.

„Grundsätzlich gilt bei jedem Wetter: Wenn Patienten Atemnot verspüren, die nicht im bekannten Rahmen liegt: Nutzen Sie sofort Ihre vom Arzt verordneten Notfall-Medikamente. Bessert sich die Atmung dann nicht innerhalb kürzester Zeit, rufen Sie Ihren behandelnden Arzt an. Abwarten ist gerade bei Hitze nicht angebracht.“

Besonders wichtig ist an diesen heißen Tagen eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr – gerade wenn Sie an Asthma oder COPD leiden. Denn die Flüssigkeit sorgt dafür, dass das Sekret in den Lungen flüssiger wird und besser abgehustet werden kann.

Weitere Tipps bei Hitze

Trinken Sie entweder Wasser, ungezuckerte Früchte- oder Kräutertees und Gemüse- oder Obstsäfte, aber bitte nur gekühlt und nicht kalt. Verzichten Sie auf eiskalte Getränke, da diese gerade bei Hitze den Kreislauf übermäßig belasten. „Leicht“ gilt auch für Ihre Ernährung. Essen Sie wenig Fett: Dies belastet Ihre Verdauung und sorgt für weitere Erwärmung des Körpers. „Bevorzugen Sie Salat und Obst. Möchten Sie Fleisch essen, wählen Sie am besten nur mageres Fleisch.

„Gerade für Lungenkranke gilt: Tragen Sie luftige Kleidung bei dieser Wärme, die nicht einengt. Also darf sie auch mal ein bis zwei Nummern größer sein. Stoffe wie Baumwolle, Leinen oder Seide sind angenehm auf der Haut“, so Dr. Fleimisch weiter. „Hören Sie auf Ihren Körper – passen Sie auf sich auf und kommen Sie möglichst gut durch die Hitze“, so Dr. Fleimisch.
Das Rhein-Maas Klinikum stellt sich in der Lungenheilkunde personell neu auf: Der Pneumologe Dr. med. univ. Peter Fleimisch wird zum 1. Juli 2019 neuer Chefarzt der Klinik für Lungenheilkunde und Beatmungsmedizin. Er verfügt über ein fundiertes Expertenwissen in den Spezialbereichen der Beatmungs- und Intensivmedizin, Lungentransplantation, der allgemeinen Lungenheilkunde und der rehabilitativen Medizin.

Lungenklinik zukünftig eng verzahnt mit Thoraxchirurgie

In der Lungenklinik des Rhein-Maas Klinikums werden ambulant und stationär jährlich über 2.500 Patienten behandelt. Gemeinsam mit dem zukünftigen Chefarzt der neuen Klinik für Thoraxchirurgie, Dr. Jan Volmerig (startet zum 1. August), wird Dr. Fleimisch in der fachübergreifenden Einrichtung des Thoraxzentrums Aachen die medizinische Diagnostik und Therapie von Lungen- und Brustwanderkrankungen, dem Mittelfell- bzw. Pleuraraum sowie dem Zwerchfell in allen Schweregraden ausüben. Die enge Zusammenarbeit beider Fachbereiche dient dazu, Patienten zukünftig noch gezielter und individueller behandeln zu können. Die Lungenklinik sieht sich als Ergänzung des therapeutischen Angebots der niedergelassenen Mediziner der Region. „Eine enge und kooperative Zusammenarbeit mit den Haus- und Fachärzten ist mir ein wichtiges Anliegen, um Patienten bei ihrer Erkrankung bestmöglich zu betreuen“, erklärt Dr. Fleimisch.

Neben der Diagnostik und Behandlung von beispielweise berufsbedingten, infektiösen und seltenen Lungenerkrankungen, wird es auch gezielt um Tumorbehandlungen gehen. Einen weiteren Schwerpunkt wird die nichtinvasive Heimbeatmungstherapie darstellen. Hier kommt die Spezialisierung von Dr. Fleimisch und seinem Team ins Spiel, ein spezialisiertes Beatmungszentrum existiert bereits. „Bekannte Krankheitsbilder wie die kontinuierlich ansteigenden Zahlen von COPD, Asthma, Lungenemphysem und interstitieller Lungenerkrankungen sind nur ein Teil der Diagnosen, die wir im Rhein-Maas Klinikum zukünftig therapieren werden. Dabei ist die frühe Erkennung der Erkrankung für die adäquate Therapie wichtig“, erläutert der gebürtige Österreicher. Das Ziel sei, sämtliche gut- und bösartigen Lungenerkrankungen behandeln zu können.

Zur Person
 
Der 46-jährige Dr. Fleimisch, Facharzt für Innere Medizin mit dem Schwerpunkt Pneumologie und den Zusatzbezeichnungen Palliativ- und Notfallmedizin, verfügt über jahrelange Erfahrung aus dem akutklinischen sowie rehabilitativen Bereich und im Bereich des Weanings (Beatmungsentwöhnung). Er bringt große Expertise aus verschiedenen Lungenfachkliniken für seine neue Aufgabe mit. Nach seiner Ausbildung in der Lungenklinik Kloster Grafschaft in Schmallenberg und dem Walburga Krankenhaus in Meschede, war er an der Ruhrlandklinik Essen (Westdeutsches Lungenzentrum, Uniklinik Essen) als Oberarzt für die Betreuung lungentransplantierter Patienten zuständig. Anschließend war er leitender Oberarzt im St. Vinzenz Krankenhaus in Braunschweig. Seine letzte Stelle war die des Chefarztes der pneumologischen Rehabilitation in der Asklepios Nordseeklinik auf Sylt. In seiner Freizeit betreibt er gern Segel- und Kitesport, schwimmt, fotografiert oder reist.

Top