Klinik für Akutgeriatrie und Geriatrische Rehabilitation - Schwerpunkte & Interdisziplinarität

Ziele der Behandlung

Ziele der geriatrischen multidisziplinären frührehabilitativen Behandlung sind:
  1. Altersgerechte Therapie akuter Erkrankungen und begleitender chronischer Vorerkrankungen, von Unfällen mit Folgeschaden oder auch nach Operationen
  2. Parallel multimodale rehabilitative Maßnahmen zum Wiedererlangen der Selbständigkeit und Vermeidung der Pflegebedürftigkeit (soweit es möglich ist, sollte der Patient im Alter selbständig bleiben)
  3. Psychosoziale Begleitung und Behandlung, Unterstützung, sowie Anleitung und Versorgung der notwendigen Mittel für die Entlassung in den häuslichen Bereich oder - bei Bedarf - andere Einrichtungen
  4. Eine fachübergreifende interdisziplinäre Zusammenarbeit ist mit den zuständigen Hausärzten, anderen Fachdisziplinen und Spezialisierungen, wie Chirurgie / Unfallchirurgie / Gefäßchirurgie, Gastroenterologie, Kardiologie, Neuro-/Psychologie, Urologie, etc., sowie der ambulanten Pflegediensten erforderlich
Terminvereinbarung über Sekretariat
Tel. 02405 62-3175
Dipl.-Log. (B) Anne Theilig
Terminvereinbarung
Tel. 02405 62-3576 / -3579
Die „Klinische Geriatrie“ umfasst die Vorsorge, Erkennung, Behandlung und die Rehabilitation von körperlichen und seelischen Erkrankungen im fortgeschrittenen Lebensalter. Chronischer Verlauf und das gleichzeitige Vorliegen mehrerer Erkrankungen - Multimorbidität - müssen das diagnostische und therapeutische Vorgehen bestimmen. Nicht selten bleiben andauernde Behinderungen und es droht der Verlust der Selbstständigkeit. Dabei entscheiden die funktionellen Folgen einer Erkrankung über die zukünftige Selbstständigkeit des Patienten und damit auch über seine Behandlungsbedürftigkeit.

Ziele von Diagnostik und Therapie sind die Verbesserung oder der Erhalt der Selbstständigkeit des älteren Patienten bei den Verrichtungen des täglichen Lebens. Pflegebedürftigkeit soll verhindert oder vermindert werden. Eine gute Lebensqualität soll wiedergewonnen oder erhalten werden. Der Klinik für Geriatrie steht das gesamte Spektrum internistischer Diagnostik zur Verfügung. Dies wird ergänzt durch neurophysiologische und neuropsychologische Untersuchungen (Aufzeichnung der Hirnströme oder der Nerven/Muskelpotenziale, neuropsychologische Testung, etc.).

Das therapeutische Angebot basiert neben der ärztlichen Behandlung auf einer qualifizierten Pflege, die im Sinne einer aktivierenden Pflege durchgeführt wird. Durch Anleitung, Überwachung und Unterstützung soll Hilfe zur Selbsthilfe, zur Selbstständigkeit im Alltag gegeben werden. Durch die Physiotherapie werden die Beherrschung des Gleichgewichts, richtiges Sitzen, Stehen und Gehen eingeübt. In der Ergotherapie werden durch ein Aktivierungs- und Selbsthilfetraining alltagspraktische Tätigkeiten geschult. Neben dem Hirnleistungstraining sind die Hilfsmittelversorgung und die behindertengerechte Wohnungsanpassung weitere wichtige Aufgaben der Ergotherapie. Sprach-, Sprech- und Schluckstörungen erfordern eine logopädische Behandlung.
In die Behandlung werden die betreuenden Angehörigen eingebunden.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Sozialdienstes und Case Managements helfen Patienten und ihren Angehörigen bei allen Problemen, die nach der Entlassung die Wiedereingliederung erschweren. Dazu gehört auch die Beratung in allen versicherungsrechtlichen Fragen. Häufig erleichtert das Gespräch mit den Sozialarbeitern, Seelsorgern und Case Managern das Umgehen mit Krankheit und ihren Folgen. In regelmäßigen Teamsitzungen werden unter ärztlicher Leitung für den einzelnen Patienten individuelle Therapieziele festgelegt und im Weiteren der Behandlungsverlauf beurteilt. Nur durch gute Zusammenarbeit dieser unterschiedlichen Berufsgruppen im Geriatrischen Team kann Geriatrie ihre wichtige Aufgabe erfüllen, ein umfassendes Heil- und Hilfsangebot für ältere kranke Menschen zu sein.

Klinische Geriatrie bedeutet:
  • Vorsorge, Erkennung, Behandlung und die Rehabilitation von körperlichen und seelischen Erkrankungen im fortgeschrittenen Lebensalter.
Behandlungsziele sind:
  • Selbstständigkeit des Patienten
  • Verbesserung von Alltagsfunktionen
  • Linderung von Beschwerden
  • Vermeidung von Entstehen oder Verschlechterung von Pflegebedürftigkeit
  • Verbesserung der Lebensqualität
Indikationen
Von einer geriatrischen Rehabilitationsbehandlung profitieren die Patienten bei folgenden Erkrankungen oder Problemen:
  • Erkrankungen mit bereits bestehenden oder drohenden, die Alltagskompetenz einschränkenden funktionellen Defiziten
  • Erkrankungen mit Einschränkung der Mobilität oder verzögerte Rekonvaleszenz nach operativen Eingriffen mit vorhandenen, aber rückbildungsfähigen Störungen (Zustände nach Frakturen oder Operationen, degenerative Erkrankungen, Osteoporose)
  • Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems (Zustand nach Schlaganfall, Morbus Parkinson, Polyneuropathie)
  • Kardiopulmonale Erkrankungen (Herzinsuffizienz, COPD)
  • Patienten mit Gedächtnis- und Denkstörungen
  • Altersbedingte Abbauerscheinungen und Aufbrauchleiden
  • Patienten mit Mehrfacherkrankungen (Multimorbidität), bei denen eine Zunahme der funktionellen Defizite droht
Ziele
  • Verbesserung, Erhalt und Wiedererlangen von Alltagsfunktionen
  • Selbstständigkeit und ein langes Verbleiben in der häuslichen Umgebung
  • Vermeidung von Entstehen oder Verschlechterung von Pflegebedürftigkeit
  • Verbesserte Lebensqualität
Dies sind Ziele, die durch eine geriatrische Rehabilitationsbehandlung erreicht werden können.

Diagnostische Möglichkeiten
In der geriatrischen Rehabilitationsbehandlung können folgende diagnostischen Möglichkeiten des Rhein-Maas Klinikums genutzt werden:
  • EKG
  • Langzeit-EKG
  • Langzeit-Blutdruckmessung
  • Ultraschalluntersuchung des Herzens, einschließlich TEE
  • Ultraschalluntersuchung der inneren Organe
  • Lungenfunktionsuntersuchung
  • Endoskopische Untersuchung des Magen-Darm-Traktes und der Atemwege
  • Umfassende Funktionsbeurteilung (Geriatrisches Assessment)
  • Neuropsychologische Diagnostik
Ergänzend werden neurophysiologische Untersuchungen durchgeführt:
  • Ableitung der Hirnströme (EEG)
  • Untersuchung der Muskel- und Nervenpotenziale (NLG, EMG, SEP)
  • Ultraschalluntersuchung des Blutflusses der Hirngefäße (extra- und transkraniell)
Leistungsangebot
  • Ärztliche Diagnostik und Therapie
  • Neurophysiologische und neuropsychologische Diagnostik und Therapie
  • Pflegerische Maßnahmen
  • Physiotherapie
  • Ergotherapie
  • Sprachtherapie / Logopädie
  • Physikalische Therapie
  • Psychosoziale Betreuung
  • Angebote der Seelsorge
Im Mittelpunkt der Behandlung stehen die störungsspezifischen und gezielten aktiven Einzelbehandlungen, diese werden ergänzt durch Gruppentherapien. Hinzu kommen dann physikalische Behandlungen, Gesundheitsberatung, eine neuropsychologische und psycho-soziale Betreuung sowie die Angebote der Seelsorge.

Für jeden Patienten wird ein individueller Therapieplan erstellt sowie ein spezifisches Therapieziel formuliert. Dies geschieht im Rahmen der wöchentlich stattfindenden geriatrischen Teamsitzungen, die durch regelmäßige Visiten durch den Stations-/ Oberarzt oder die Chefärztin ergänzt werden.
In der Regel werden, in Abhängigkeit vom Kostenträger, 2-4 (durchschnittlich 3) Wochen Rehabilitationszeit bewilligt und im stationären Rahmen durchgeführt. 
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