Zentrale Notaufnahme - Informationen für Patienten

Die Zentrale Notaufnahme (ZNA) stellt Ihnen einige Informationen zur Verfügung, die den Besuch der Notaufnahme des Rhein-Maas Klinikums erleichtern können.
Ein medizinischer Notfall wird wie folgt definiert: "Wenn sich der Versicherte in Lebensgefahr befindet oder schwere gesundheitliche Schäden zu befürchten sind, wenn er nicht unverzüglich die erforderliche medizinische Versorgung erhält."
Glücklicherweise trifft für die Mehrheit der Patienten, die die Notaufnahme aufsuchen, der Begriff "unverzüglich" oft nicht zu. Die stetig steigende Anzahl von Patienten in Krankenhäusern stellt die Träger und das dort arbeitende Personal vor immer größere Probleme. Dies bedeutet für die nicht offensichtlich Schwerstkranken häufig längere Wartezeiten. Selbstverständlich ist jeder Patient herzlich in unserem Haus willkommen. Wir bitte Sie jedoch um Verständnis dafür, dass die Patienten in Zeiten der Spitzenbelastung nach Dringlichkeit behandelt werden müssen und damit durchaus Wartezeiten für weniger schwer erkrankte Patienten entstehen können.
Jeder neu ankommende Patient wird im Anmeldebereich unserer Notaufnahme von einer speziell geschulten Pflegekraft nach der Dringlichkeit der Behandlung eingestuft.
Diese, nach internationalen Regeln festgelegte Einschätzung, dient dazu, aus einer großen Zahl an Patienten möglichst schnell und sicher diejenigen zu finden, die aufgrund der Art und Schwere ihrer Erkrankung zuerst behandelt werden müssen.
Hierzu verwenden wir das in Europa etablierte Manchester-Triage- System. Mithilfe einer Farbcodierung stufen wir die Dringlichkeit der ersten ärztlichen Sichtung und dementsprechend den Behandlungsbeginn ein.

Rot – schwerste Fälle mit unmittelbarer Lebensgefahr.
Laufende Tätigkeiten werden gestoppt. Wir konzentrieren uns sofort auf die Notfallbehandlung des Patienten unter Einsatz aller uns zur Verfügung stehenden Ressourcen.

Orange – schwere Fälle in unmittelbarer Lebensgefahr.
Wir konzentrieren uns sehr dringlich auf die Notfallbehandlung des Patienten unter Einsatz aller uns zur Verfügung stehenden Ressourcen.

Gelb – Verletzung oder Beeinträchtigung kann lebensgefährlich werden und erfordert dringende ärztliche Versorgung.
Wir bemühen uns, die Wartezeiten so kurz wie möglich zu halten.

Grün – Behandlung erfordert keinen sofortigen Arztkontakt, es besteht keine Lebensgefahr.
Eine Versorgung erfolgt nach den dringlicheren Fällen, woraus sich Wartezeiten ergeben, deren Länge wir leider nicht immer voraussagen können.

Blau – Behandlung erfordert keinen dringenden und unmittelbaren Arztkontakt, es besteht keine Lebensgefahr. Eine Versorgung erfolgt nach den dringlicheren Fällen, woraus sich Wartezeiten ergeben, deren Länge wir leider nicht immer voraussagen können.
Neben Schwerverletzten oder Schlaganfallpatienten, die mit Notarzt und Rettungswagen zu uns gebracht werden, kümmert sich die Notaufnahme um eine Vielzahl von Patienten, die das Krankenhaus zu Fuß aufsuchen. Dies schließt natürlich nicht aus, dass auch diese Patienten lebensbedrohlich erkrankt sein können. Alle Patienten werden unserer standardisierten Ersteinschätzung nach dem Manchester-Triage-System unterzogen. Allein das Ergebnis dieser objektiven durch uns selbst ermittelten Dringlichkeit ist ausschlaggebend. Wenn nötig, kommt natürlich auch der Fußgänger vor demjenigen dran, der mit dem Rettungsdienst kommt.
Aus unserer Ersteinschätzung ergibt sich eine Reihenfolge, die in der Regel nicht dem Zeitpunkt Ihres Eintreffens entspricht. Es ist möglich, dass zu gewissen Zeiten eine Vielzahl von Patienten dringlicher behandelt werden muss als Sie selbst, auch wenn es Ihnen subjektiv „am schlechtesten geht“. Seien Sie sicher, dass wir dabei einen gerechten und professionellen Überblick behalten.
Alle angemeldeten Patienten sind mit ihrem Aufenthaltsort und der Behandlungsdringlichkeit erfasst und für jeden Mitarbeiter der INA auf dem Computerbildschirm abgebildet– es wird also niemand vergessen!
Unsere Ärzte oder Pflegekräfte rufen Sie auf, wenn Sie an der Reihe sind. Patienten, die aus dem diagnostischen Bereich (Röntgen, Ultraschall etc.) kommen, werden durch ein „Reißverschlussverfahren“ wieder in den Notfallbetrieb eingebunden.
Die Sie versorgende Pflegekraft teilt das Ergebnis der Dringlichkeitseinschätzung dem zuständigen Arzt mit. Bei entsprechender  Indikation werden Untersuchungen (Blutabnahme/EKG) oder Behandlungen (Infusionen) nach Rücksprache mit ihr/ihm schon begonnen, ohne dass Sie den Arzt bisher persönlich kennen gelernt haben. Auch vor dem Arztkontakt ist dieser bereits in ihre Behandlung involviert. Er/sie wird mit Ihnen sobald wie möglich sprechen und Sie dann selbst untersuchen. Glauben Sie bitte nicht, dass in dieser Zeit nichts passiert. Die meisten Blutuntersuchungen dauern mindestens 90 Minuten und sind in der Regel nötig, um endgültig herauszubekommen, was Ihnen fehlt und wie wir Ihnen helfen können.
Bitte beachten Sie außerdem, dass unsere Patienten auf Ärzte verschiedener Fachabteilungen warten und sich deshalb die Reihenfolge des Aufrufrens zusätzlich verändern kann.
Nach der Dringlichkeitseinstufung und Erfassung Ihrer persönlichen Daten findet so bald wie möglich die Untersuchung durch den Arzt statt. Wenn notwendig, schließen sich weiterführende diagnostische Maßnahmen wie Röntgen, Labor, EKG u.ä. an die Erstuntersuchung an. 
Nach Diagnosefindung und Behandlung werden Sie entweder mit einem Anschreiben für Ihren Haus- oder Facharzt mit gesicherter Diagnose entlassen, oder stationär zielgerichtet in die entsprechende
Fachabteilung aufgenommen.
Verständlicherweise fällt den meisten Patienten ein längerer Aufenthalt in der Notaufnahme, auch wenn man schon in einem Behandlungszimmer ist und/oder versorgt wurde, schwer. Wie die meisten großen Krankenhäuser ist das Rhein-Maas Klinikum aber auch so organisiert, dass Patienten nur auf die Station verlegt werden, wenn die Gründe für die Vorstellung in der Notaufnahme weitestgehend geklärt sind. Hierzu stehen uns sämtliche
Möglichkeiten der modernen bildgebenden Gerätemedizin (z.B. CT, MRT) zur Verfügung. Dies nimmt ab und zu einige Zeit in Anspruch. Eine Vorstellung im Krankenhaus, auch im Falle einer Einweisung, bedeutet zum Glück nicht zwingend, dass man dort bleiben muss. Es kann durchaus sein, dass nach Ausschluss bedrohlicher Krankheitsbilder bzw. Versorgung von Verletzungen/Brüchen die weitere Versorgung dem niedergelassenen Kollegen oder Ihrem Hausarzt überlassen werden kann. Selbstverständlich spielen neben Ihrer Erkrankungsschwere Ihre eigenen Wünsche bzw. Ihre Situation zu Hause hierbei eine entscheidende Rolle.
Sollten alle Behandlungsräume belegt sein, werden die Patienten - soweit es die Erkrankung zulässt - gebeten, im Wartebereich Platz zu nehmen.

Sollten sich Ihre Beschwerden im Laufe der Wartezeit verschlimmern, bitten wir Sie, sich erneut an der Leitstelle der ZNA zu melden. Falls Sie mit unserer Arbeit oder der Organisation besonders zufrieden oder unzufrieden sind, lassen Sie es uns wissen. Wir sehen Ihre Mitteilung als konstruktive Kritik zur stetigen Verbesserung unserer Qualität an. An der Leitstelle liegen spezielle Feedback-Zettel für Sie bereit.

Wir wünschen Ihnen baldige Genesung!

Ihr Team der Zentralen Notaufnahme

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