Ärzte - Das Praktische Jahr am Rhein-Maas Klinikum - Interview mit dem PJ-Koordinator

Hallo Herr Professor Kosinski, verraten Sie uns - was macht das Praktische Jahr im Rhein-Maas Klinikum so besonders?

Studierende im Praktischen Jahr stehen im Fokus unseres Interesses . Machen Sie sich zunächst klar, dass Sie am Rhein-Maas Klinikum nicht, wie bisher oft im Studium, „einer unter vielen“ sein werden. Uns ist es wichtig, dass Sie sich bei uns persönlich angesprochen und wertgeschätzt fühlen (wie übrigens jeder andere Mitarbeiter im RMK auch!). Dazu begrüßen wir Sie am ersten Tag persönlich, führen Sie durch das Haus, machen Sie mit den Gegebenheiten vertraut. Sie werden mit Berufskleidung ausgestattet, Sie bekommen Essenskarten, mit denen Sie bei uns in der Kantine kostenfrei zu Mittag essen können.

Wie ist der Ablauf in der Praxis?

Wenn Sie dann in die Abteilungen kommen, werden Sie in jeder einen Ansprechpartner als PJ-Koordinator finden, mit dem Sie Ihre Rotationen innerhalb der Abteilungen besprechen und Ihre persönlichen Wünsche und Interessen einbringen können. Und dann kommt das vielleicht Wichtigste: Sie werden ein integraler Bestandteil des jeweiligen ärztlichen Teams. Wir nehmen Sie hier bei uns vom ersten Tag an „auf Augenhöhe“ und als ärztlichen Kollegen wahr. Natürlich wird dabei Ihr Ausbildungsstand Berücksichtigung finden, aber Ziel ist es, Sie über das Ausbildungsjahr hinweg dahingehend zu begleiten, dass Sie am Ende des Jahres befähigt sind ohne weitere Scheu und Angst eine Tätigkeit als Assistenzarzt im Fach Ihrer Wahl aufzunehmen.
Dazu ist es erforderlich, dass Sie über Ihr bereits zweifellos vorhandenes theoretisches Wissen nun praktische Erfahrungen und Kennnisse im Klinikalltag hinzu erwerben. Dazu braucht es tägliches Teaching möglichst am Patienten bzw. Fall und begleitend auch systematische ergänzende Unterrichtseinheiten.
Das tägliche Teaching erfolgt kontinuierlich begleitend auf Station oder in der zentralen Notaufnahme, wenn Sie Patienten gemeinsam mit den Stationsärzten und Oberärzten aufnehmen, visitieren oder in den OP begleiten. Sie sollen bei uns den gesamten Behandlungsprozess erleben und mit zunehmender Ausbildung selbständig und unter Supervision von der Aufnahme bis zur Entlassung auch praktisch vollziehen. Jede Klinik hat darüber hinaus eigene interne Fortbildungseinheiten an denen Sie regelhaft während Ihres Tertials teilnehmen werden und aufgefordert sind mit zu diskutieren.

Und der theoretische Unterricht?

Jeweils mittwochnachmittags hat das RMK für die PJ Studierenden eine eigene curricular strukturierte Fortbildungsreihe. Dazu kommen die PJ Studierenden aus allen Bereichen des RMK zusammen und werden gemeinsam unterrichtet. Dabei soll der Unterrichtsstoff Ihres bisherigen Studiums nicht einfach erneut wiederholt werden, sondern das Wesentliche für Ihre ärztliche Tätigkeit praxisnah von erfahrenen Klinikern (Chefärzten und Oberärzten) mit Ihnen besprochen werden. Dieser Unterricht ist erfahrungsgemäß für unsere PJ Studierenden ein zusätzliches Highlight. Wenn Sie das gesamte Praktische Jahr im Rhein-Maas Klinikum absolvieren, werden Ihnen durch den Unterricht alle praxisrelevanten Themen der jeweiligen Fachgebiete theoretisch vermittelt. Darüber hinaus werden auch interessante und relevante Aspekte u. a. zu Fragen der interprofessionellen Zusammenarbeit, Kommunikation, DRG und medizinischem Controlling, Krankenhausorganisation, Sozialdienst, Logopädie, Physiotherapie, Krankenhausseelsorge, Arbeitssicherheit etc. erörtert.

Sie wirken sehr begeistert - woher kommt das?

Liebe PJ Studierende, Begeisterung für das eigene Fach und für die Lehre, also Spaß daran, Wissen weiterzugeben, für Ihren Ausbildungsstand angemessen aufzubereiten und sich dafür auch täglich immer wieder die Zeit zu nehmen – das kann man weder befehlen noch anordnen. Ich schätze mich aber sehr glücklich hier an einem Krankenhaus tätig zu sein, wo ich mit vielen Chefarzt- und Oberarztkollegen arbeite, die diese Begeisterung mit mir gerne teilen!
Wenn wir mit Ihnen Zeit verbringen und uns nochmals vor Augen führen wie wir aktuell Patienten behandeln, welche therapeutischen Möglichkeiten wir heute haben und warum wir dies so und nicht anders machen, dann werden wir uns alle wieder bewusst, warum wir uns mal für diesen tollen Beruf entschieden haben. Als direkte Konsequenz bekommen wir oft ein sehr positives Feedback von unseren PJ Studierenden und nicht wenige entscheiden sich dann später auch bei ihrer Facharztausbildung für uns. Solch ein positives Feedback kann man in unserem Berufsalltag, abgesehen von unseren zufriedenen Patienten, so nur noch mit Ihnen erleben. Wir freuen uns daher auf Sie und mit Ihnen!

Was zeichnet das Rhein-Maas Klinikum aus?

Das Rhein-Maas Klinikum ist mit seinen insgesamt 600 Betten und 18 Kliniken (davon eine Belegabteilung) ein leistungsstarkes Schwerpunktkrankenhaus in der StädteRegion Aachen mit vielen Bereichen auf Niveau eines Maximalversorgers. Menschliche Zuwendung und ein vertrauensvolles Verhältnis im Umgang mit den Patienten und deren Angehörigen sind gelebte Kernbegriffe im Rhein-Maas Klinikum. Wir gewährleisten eine ganzheitliche Patientenversorgung auf Grundlage der aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse. Dieses medizinische Leistungsspektrum aus einer Hand ermöglicht eine beispielhafte, enge interdisziplinäre Zusammenarbeit zum Wohle aller Patienten. Aus diesem Grund vertrauen sich jährlich rund 22.000 stationäre und 32.000 ambulante Patienten der kompetenten Behandlung durch unsere erfahrenen Ärztinnen und Ärzte, Pflegefachpersonen und Therapeuten an.

Prof. Dr. med. Christoph Kosinski ist Chefarzt der Klinik für Neurologie und PJ-Koordinator des Rhein-Maas Klinikums.

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