Unternehmen - Historie

Ein Blick auf die Geschichte des Betriebsteils Bardenberg

Der kleine Ort Bardenberg war über Jahrhunderte vom Bergbau geprägt, dessen erster Nachweis aus dem Jahre 1113 stammt. In der Blütezeit – im 18. und 19. Jahrhundert – wird von einer Vielzahl von Kohlengruben berichtet. Im Jahre 1711 wurden gleich 24 "Bardenberger Kohlwerke" gezählt.

Das Unfallrisiko für die Bergleute war sehr groß: Im Zeitraum von 1818 bis 1879 sind 566 tödliche Grubenunfälle im Wurmrevier dokumentiert. Das größte Unglück ereignete sich im Jahre 1834 auf der benachbarten Grube Gouley in Folge eines Wasserdurchbruchs, bei dem 63 Menschen den Tod fanden. Dies gab den letzten Anstoß zur Bildung der Wurmknappschaft 1840 und zur Gründung des Knappschaftskrankenhauses Bardenberg am 1. April 1856. Zuerst war es ein 8-Betten-Krankenhaus in einem früheren Gasthof, die Patienten aufnehmen konnten, ab 1868 waren es dann in einem Anwesen Betten für 19 bis 28 Patienten. 1878 wurde ein Operationssaal und ein Krankensaal für Schwerverletzte eingerichtet und die Bettenzahl auf 40 erhöht.

Der medizinische Fortschritt machte einen kompletten Neubau erforderlich.

Am 12. Oktober 1901 wurde der Grundstein zum jetzigen Krankenhausgebäude gelegt, die Einweihung erfolgte am 1. Juni 1904.

Das Krankenhaus war hochmodern ausgestattet, bot 72 Betten, einen großen Operationstrakt, Röntgengeräte, Massage- und Bäderbereiche, zahlreiche Telefonanschlüsse, Labor, Aufzüge, Heizungsanlagen, Küche, Wäscherei und weitere Einrichtungen.

1911 konnten 182 Patienten stationär aufgenommen werden, ab 1928 sogar 370.

1931 wurden eine Frauenabteilung und zwei große Krankensäle für Kinder eröffnet.

Während des zweiten Weltkrieges erfolgte der Krankenhausbetrieb unter schwierigen Bedingungen. Operationen wurden im Kellergeschoss durchgeführt. Dort kamen ebenfalls die Babys auf die Welt.

Das Knappschaftskrankenhaus war im Winter 1944/1945 das einzige Krankenhaus im Aachener Raum, das für die medizinische Versorgung der Zivilbevölkerung zur Verfügung stand.

Nach dem Krieg und nach den Instandsetzungsarbeiten erlebte das Haus eine neue Blütezeit. Ein Verwaltungsgebäude, die Medizinische Untersuchungsstätte der Aachener Knappschaft und ein neues Personalhaus entstanden. Die Bettenzahl stieg im Jahre 1955 auf 623.

1959 wurde das 30 Meter hohe und inzwischen denkmalgeschützte Ambulanzgebäude fertig gestellt. Die operativen Einrichtungen entwickelten sich von drei Operationssälen 1955 auf zwölf Säle im Jahre 1980.

1977 wurde das Knappschaftskrankenhaus Akademisches Lehrkrankenhaus der RWTH Aachen.

Bereits in den 1920er Jahren wurden eine innere und eine gynäkologische Abteilung eingerichtet. Es folgten ab 1950 die Neurologie, die Orthopädie (bis 1981), die Urologie, die Radiologie und die Anästhesie. Das diagnostische Spektrum und die operativen Möglichkeiten entsprachen dem jeweils aktuellen Stand der Medizin; Nuklearmedizin, Sonographie, Angiographie und eine umfangreiche Labordiagnostik sowie eine Krankenhausapotheke komplettieren die Verfahrensfülle. Bemerkenswert war in den 1990er Jahren die frühe Einrichtung einer Schlaganfallstation (Stroke Unit) im Bereich der Neurologie.

Zum Zeitpunkt der Fusion 2001 mit dem Kreiskrankenhaus Marienhöhe zur Medizinisches Zentrum Kreis Aachen gGmbH hatte das Knappschaftskrankenhaus Bardenberg 402 Betten, acht Fachabteilungen und eine Pathologie.

Im Jahre 2003 nahm die Kassenärztliche Notfallpraxis ihren Sitz im Betriebsteil Bardenberg auf. Zu Beginn des Jahres 2007 wurde ein großer Bereich des Ambulanzgebäudes neu eingerichtet, um der Kassenärztlichen Notfallpraxis mehr Raum und höhere bauliche Qualität zu bieten. Mit drei modernen Behandlungszimmern sind ausreichend räumliche Kapazitäten vorhanden, um den gesamten ärztlichen Notdienst für den Nordkreis Aachen abzudecken.

Erfolgreich wurden neue Behandlungsmethoden eingesetzt, wie in der Abteilung Urologie seit Juli 2006 das Greenlight Laser-Verfahren und das betriebsteilübergreifende Kontinenzzentrum.

Am Betriebsteil Bardenberg und im Betriebsteil Marienhöhe befinden sich Hubschrauberlandeplätze, besonders im Betriebsteil Marienhöhe ist dies von Relevanz, da der Rettungshubschrauber Christoph Europa 1 dieses als Standortkrankenhaus anfliegt.

Ein kurzer Blick auf die Geschichte des Betriebsteils Marienhöhe

Die Ursprünge des Kreiskrankenhauses Marienhöhe entspringen nicht unmittelbar der Bergbaugeschichte, sondern stammen aus Überlegungen, kranken Menschen aus der Umgebung von Würselen/Broichweiden/Haaren Hilfe zu bieten. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte der Kreistag erste Pläne. Da die Finanzierungsmöglichkeiten nicht vorhanden waren, wurde die Umsetzung wiederholt zurückgestellt. Die letzte Planungsphase stammt aus den 1950er Jahren und führte schließlich dazu, dass am 1. Mai 1967 das Kreiskrankenhaus Marienhöhe in Betrieb genommen werden konnte. Nun konnte endlich der Bedarf an Krankenhausbetten im nördlichen Kreisgebiet gedeckt werden. Das neue Krankenhaus wies 420 Planbetten aus.

Augenfällig ist bis heute die klare, geradlinige Funktionalität des siebengeschossigen Bettenhauses und der angeschlossenen OP-, Behandlungs- und Pflegebereiche.

Seit der Inbetriebnahme hat das Kreiskrankenhaus Marienhöhe eine wichtige, über die Region hinausweisende Bedeutung erworben, besonders durch die damalige Abteilung Orthopädie, Rheumaorthopädie und die erste eigenständige Anästhesieabteilung im Raum Aachen. Bereits 1974 stationierte der Kreis Aachen einen der ersten Rettungshubschrauber Deutschlands am Standort Marienhöhe.

1978 wurde das Kreiskrankenhaus Akademisches Lehrkrankenhaus der RWTH Aachen.

In den 1980er Jahren erfolgte der Ausbau der Unfallchirurgie, dem schloss sich in den 1990ern die Geriatrie an. Danach wurde in einem großzügigen Anbau die geriatrische Tagesklinik eingerichtet, 2000 in einem ersten Bauabschnitt, in ihrer endgültigen Gestalt seit März 2006.

Auch für die Zukunft sind umfangreiche Baumaßnahmen geplant.

Fusion im Jahre 2001

„Veränderungen in der demographischen Entwicklung, der medizinische Fortschritt und begrenzte Ressourcen verändern auch die derzeitige Krankenhauslandschaft. Seit dem 1. Januar 2001 ist durch die Fusion mit dem Kreiskrankenhaus Marienhöhe auch nominell eine Integration in die Gesundheitseinrichtungen des Kreises Aachen erreicht worden. Als "Medizinisches Zentrum Kreis Aachen gGmbH", Krankenhaus der Knappschaft und des Kreises Aachen, mit den Betriebsteilen Bardenberg und Marienhöhe ist die Einrichtung heute die größte Klinik des Kreises und zugleich einer der bedeutendsten Arbeitgeber. Es galt, gemeinsam Wirtschaftlichkeitspotenziale und Synergieeffekte zu nutzen, die Qualität kontinuierlich zu steigern und damit einen aktiven Standortsicherungsprozess einzuleiten. Nur so kann weiterhin hohe Leistung zum Wohle des Patienten geboten werden.“

(zitiert aus der Jubiläumschronik zum 150-jährigen Bestehen des Knappschaftskrankenhauses Bardenberg im April 2006)

Heute kann mit voller Überzeugung gesagt werden, dass die Fusion für alle Beteiligten - und ganz besonders für unsere Patienten - zu einer Erfolgsgeschichte wurde.
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