Zentrum für roboterassistierte Operationen

Die Leitung des Zentrums für roboterassistierte Operationen setzt sich aus den Chefärzten der Klinik für Urologie und Kinderurologie und der Klinik für Gefäß- und Thoraxchirurgie zusammen.


Prof. Dr. med. Ziya Akçetin

Chefarzt der Klinik für Urologie und Kinderurologie
Facharzt für Urologie und Kinderurologie, Medikamentöse Tumortherapie, Andrologie E-Mail
Prof. Dr. med. Ziya Akçetin© Rhein-Maas Klinikum

Priv.-Doz. Dr. med. Ingo M. Krüger

Chefarzt der Klinik für Gefäß- und Thoraxchirurgie
Facharzt für Chirurgie, Gefäßchirurgie, Thoraxchirurgie
Tel. 02405 62-1223

E-Mail
Priv.-Doz. Dr. med. Ingo M. Krüger© Rhein-Maas Klinikum
Was ist da Vinci®?
Zur Behandlung von Krebserkrankungen der Prostata, der Niere und der Harnblase in der Urologie sowie des Lungenkrebses in der Thoraxchirurgie, gibt es unterschiedliche operative Möglichkeiten. Im Zeitalter der minimalinvasiven Chirurgie wird in Würselen-Bardenberg – voll im Trend der modernen Medizin – auf das da Vinci®-Operationssystem zurückgegriffen. Eine Methode, die weniger Schmerzen verursacht und für den Patienten mehrere Vorteile mit sich bringt.

Die wesentlichen Vorteile der roboterassistierten Chirurgie sind:
  • schonendere und hochpräzise minimalinvasive Operationen
  • reduzierte Komplikationsrate
  • geringeres Infektionsrisiko
  • Möglichkeit des organerhaltenden Operierens
  • nervenschonendes Verfahren
  • geringerer Blutverlust
  • geringere Schmerzen
  • schnellere Mobilität
  • kürzerer Krankenhausaufenthalt

Urologie
Im Bereich der Urologie werden ebenfalls minimalinvasive Operationsverfahren zur Behandlung verschiedener urologischer Erkrankungen eingesetzt. Die radikale Entfernung der Prostata bei Prostatakrebs ist eine anspruchsvolle Operation, die sowohl den Patienten vom Tumor heilen, aber auch wichtige Funktionen wie Kontinenz und Erektionsfähigkeit erhalten soll.
Aufgrund der größeren Präzision, geringerer Komplikationen und besseren Ergebnissen bezüglich Heilung, Kontinenz und Erektionsfähigkeit werden in den USA über 85 % aller Prostataentfernungen mit dem da Vinci-Operationssystem durchgeführt. 

Thoraxchirurgie
Im Bereich der Thoraxchirurgie werden minimalinvasive Operationsverfahren zur Behandlung verschiedener Erkrankungen des Brustkorbs oder der Atemwege eingesetzt. Dafür verfügt die Thoraxchirurgie als erste nicht universitäre Klinik Deutschlands über einen Operationsroboter da Vinci®, mit dem minimalinvasive Operationsverfahren, insbesondere zur Behandlung des Lungenkrebses, in sonst nicht gekannter Präzision schonend durchgeführt werden können.
In umfangreichen Tumoroperationen können Patienten mit Lungenkrebs oder bösartigen Geschwülsten des Rippenfells (Mesotheliom) bis hin zur extrapleuralen intrapericardialen Pneumonektomie operiert werden. Als einzigem Krankenhaus im westlichen Nordrhein-Westfalen steht der Chirurgischen Klinik darüber hinaus ein Operationslaser zur Verfügung, mit dem auch zahlreiche Lungenmetastasen schonend aus dem Lungengewebe entfernt werden können, die ansonsten einer chirurgischen Behandlung nicht mehr zugänglich wären. Für weitere Fragen stehen Ihnen sowohl der Chefarzt der Klinik für Gefäß- und Thoraxchirurgie als auch der thoraxchirurgische Oberarzt Dr. med. S. Bröß zur Verfügung.
Die Untersuchung und Behandlung unserer Patienten erfolgt in Zusammenarbeit mit unserer Klinik für Pneumologie, Allergologie, Beatmungsmedizin und Weaning unter Leitung von Chefarzt Dr. Björn Schwick.
Urologie
  • Prostataentfernung bei Karzinom (radikale Prostatektomie)
  • organerhaltende Nierentumorentfernung, mit wenigen Ausnahmen
  • komplette Nierenentfernung, nach individueller Situation (laparoskopisch, robotisch assistiert oder offene Technik)
  • Entfernung der Harnblase
  • Ureterabgangsenge

Thoraxchirurgie
  • Thymusresektionen bei Myasthenia gravis
  • Lungenresektion beim Bronchialcarcinom
Professor Dr. Ziya Akçetin und PD Dr. Ingo M. Krüger erklären, wie das da Vinci®-OP-System funktioniert und was seine Vorteile sind.

Wie dürfen wir uns eine Operation mit dem da Vinci®-Roboter vorstellen?
Prof. Dr. Ziya Akçetin: Dabei werden anstatt eines großen Bauchschnittes lediglich etwa ein Zentimeter große Zugänge präzise im Unterbauch platziert. Das da Vinci®-Operationssystem ist kein Roboter, der den Eingriff alleine durchführt, sondern ein hochpräzises Operationsgerät, das den Chirurgen bei der millimetergenauen Durchführung des Eingriffes unterstützt.
Es ist quasi die verlängerte Hand des Operateurs. Der „Operationsroboter“ besteht im Wesentlichen aus zwei Komponenten: Der Steuerkonsole und dem mehrarmigen Operationsassistenten, der am Patienten positioniert wird. Die Steuerkonsole muss stets manuell bedient werden. Selbstständige Aktionen des „Roboters“ oder eine Programmierung von automatischen Abläufen sind nicht möglich. Die Steuerkonsole beinhaltet unter anderem eine optische, dreidimensionale Vergrößerung des Operationsfeldes. Über zwei spezielle Handgriffe kann der Chirurg die Geräte steuern.

Welche Vorteile hat das Verfahren gegenüber klassischen Methoden?
PD Dr. Ingo M. Krüger: Über die Vergrößerung des Operationsfeldes, die freien Bewegungsmöglichkeiten der Instrumente und die sehr präzise und völlig zitterfreie Präparation, können wir gewebeschonend operieren. Damit ergeben sich weniger Blutverlust und Narben, geringerer Schmerzmittelbedarf, eine schnellere Erholung und ein kürzerer Krankenhausaufenthalt.
Durch die präzise Technik ergeben sich darüber hinaus insbesondere bei Patienten mit Lungenkrebs die besten Voraussetzungen für ein optimales Behandlungsergebnis.

Welche Eingriffe werden am Rhein-Maas Klinikum angeboten?
Prof. Dr. Ziya Akçetin: Im Bereich der Urologie wird diese Methode bei Behandlung der Krebserkrankungen der Prostata, der Harnblase und der Nieren eingesetzt. Insbesondere beim Nierenkrebs kann so immer mehr eine organerhaltende Behandlung durchgeführt werden. Aber auch Nierenbeckenabgangsengen können mit dieser Methode schonend operiert werden.
PD Dr. Ingo M. Krüger: Im Bereich der Thoraxchirurgie wird der da Vinci® zur Behandlung des Lungenkrebses sowie bei Geschwülsten der Thymusdrüse insbesondere bei Patienten mit Myasthenie eingesetzt. Bei jedem Patienten, bei dem eine lungenchirurgische Operation vorgesehen ist, überprüfen wir zunächst die Möglichkeit des Einsatzes der Roboter-assistierten Technik. Bei einigen Patienten ist diese Methode aufgrund anatomischer Gegebenheiten oder eines zu ausgedehnten Tumors technisch nicht durchführbar. Ähnliches gilt auch für die Urologie. In unserem Klinikum wird für diese moderne Technik keine Zuzahlung verlangt.

Eingriffe, die nicht mit den eigenen Händen, aber dafür mit hochtechnisierten Methoden ausgeführt werden, ist das die medizinische Zukunft?
PD Dr. Ingo M. Krüger: Die Verbreitung der Technik, die anfangs nur in der Urologie Anwendung fand, auf immer mehr andere Disziplinen zeigt, dass die medizinische Zukunft ohne die Roboter-assistierten Operationen nicht denkbar sein wird. In der Thoraxchirurgie gibt es in Deutschland nur wenige Kliniken, die die Methode anwenden können. In unserem Haus konnten wir die Methode als erste nicht universitäre Klinik in Deutschland etablieren. Darüber hinaus hat die Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie unter meiner Mitarbeit eine Arbeitsgruppe gegründet, um die Methode weiterzuentwickeln.
Zu betonen ist aber die Tatsache, dass die eigenen Hände und das operative Können des Chirurgen für den Erfolg auch in Zukunft unabdingbar sind.
Top