Ihr Praktisches Jahr - Klinik für Internistische Rheumatologie

Kennen Sie Dr. House, die berühmte Serie? Es muss nicht immer Lupus (SLE) sein, auch andere rheumatologische Krankheitsbilder sind von einer faszinierenden Komplexität. Lassen Sie sich von uns begeistern und Ihnen dieses anspruchsvolle Fachgebiet vermitteln.

Die Klinik für Internistische Rheumatologie wird seit 2004 von Dr. med. Peter Bartz-Bazzanella geleitet. Oberärztlich werden Sie von 2 weiteren internistisch-rheumatologischen Fachärzten begleitet, Frau A. Gniezinski-Schwister und Herrn Dr. med. C. von der Decken. Aktuell stehen 6 Betten für die stationäre internistisch-rheumatologische Versorgung am RMK zur Verfügung. Die bisweilen aufwendige Diagnostik und Behandlung zahlreicher Organmanifestationen entzündlich-rheumatischer Systemerkrankungen findet in intensiver Zusammenarbeit mit den anderen internistischen Kliniken statt. Beispielhaft sei unser ILD-Board erwähnt, mit dem wir interdisziplinär Patienten mit interstitiellen Lungenerkrankungen diskutieren. Die oft sehr spezifische bildgebende Diagnostik wird eng mit der Klinik für Radiologie, Neuroradiologie und Nuklearmedizin abgestimmt. Folgeschäden entzündlicher Rheumakrankheiten an den Gelenken und der Wirbelsäule werden mit den operativen Fachkliniken, insbes. der Orthopädie und Unfallchirurgie, diskutiert. Bei schmerztherapeutischen Problemen stehen uns die Kolleginnen der Klinik für Schmerztherapie hilfreich zur Seite. Dieses integrative Konzept ist in der Region einzigartig und bietet den Patienten eine umfassende, multidisziplinäre Therapie. 

Das medizinische Leistungsspektrum umfasst die spezialisierte Diagnostik und Behandlung der facettenreichen rheumatischen Erkrankungen. Dazu gehören auch hochmoderne Therapieverfahren mit unterschiedlichen Basistherapeutika, verschiedenen Immunmodulatoren (anti-Zytokin-Therapien), mit sog. „small molecules“ (Kinase-Inhibitoren) sowie Infusionstherapien mit sog. Biologika, aber auch Zytostatika. Bei kritischen Durchblutungsstörungen infolge entzündlich-rheumatischer Manifestationen am Gefäßsystem kommen intravenös applizierte gefäßaktiven Substanzen zum Einsatz (z.B. Ilomedin).
 
In Ihrer Rotation in die Rheumatologie (i.R. des internistischen Tertials) lernen Sie unterschiedliche entzündlich-rheumatischen Systemerkrankungen kennen, wie die chronische Polyarthritis mit ihren variablen Verlaufsformen, die Psoriasis-Arthritis, die Kollagenosen, einschließlich der Overlap-Syndrome, genetische Fieber-Syndrome (z.B. FMF), autoinflammatorische Erkrankungen und Vaskulitiden, sowie entzündliche Erkrankungen der Wirbelsäule (Spondyloarthritiden). Auch andere komplexe, nicht entzündlich-rheumatische Beschwerdebilder (z.B. Osteoporose, Arthrosen)
oder rheumatische Manifestationen bei Stoffwechselerkrankungen (z.B. Gichtarthropathie, Chondrokalzinose, Hämochromatose-Arthropathie) gehören zu unserem Spektrum.
 
Im stationären Bereich werden jährlich etwa 360 Patienten behandelt. Neben der Privatambulanz besteht außerdem eine Ermächtigung zur vertragsärztlichen ambulanten Versorgung Rheumakranker. In der Rheumaambulanz und Infusionsklinik werden jährlich ca. 2.600 Patienten versorgt.
Die ambulante Versorgung rheumakranker Menschen in Deutschland ist problematisch. Bundesweit gibt es zu wenig Rheumatologen, zu wenig Lehrstühle und universitäre Ausbildung. Wir haben uns dieses Problems angenommen. Um Betroffene rascher zu identifizieren, haben wir ein internetbasiertes Rheumaportal („RhePort.de“) entwickelt. Dieses Portal ermöglicht es, über einen Algorithmus Rheumakranke zu identifizieren und ist mit einem computergestützten, priorisierenden Terminvergabeservice ausgestattet. Dieses Versorgungskonzept hat inzwischen bundesweit zahlreiche Kooperationspartner gefunden und wird ständig von uns weiterentwickelt.
 
In einem 2. Förderprojekt entwickeln wir ein wissensbasiertes System zur adaptiven Versorgungssteuerung (RheVital). Patienten, die eine Krankheitsverschlechterung erfahren, sollen so eher gesehen werden können. Dazu werden patientenseitig über eine App Verlaufsparameter erfasst und zusammen mit medizinischen Daten ausgewertet. Ein wissensbasiertes Steuerungssystem leitet daraus adäquate Handlungsempfehlungen ab, sowohl für die Erkrankten als auch für die Behandelnden, deren Effekte ebenfalls systemgesteuert überprüft werden.
Ärztlicher Leiter: Dr. med. Peter Bartz-Bazzanella
2 Oberärzte: Agnes Gniezinski-Schwister, Dr. med. Cay von der Decken
6 Betten: ca. 360 stationäre Fälle jährlich;
Ambulanz: ca. 2.600 Fälle jährlich
Internistisch-rheumatologische Diagnostik und Therapie
• Labordiagnostik (Speziallabor)
• Bildgebende Diagnostik: hochauflösende Gelenk-Sonographie, Gefäß-Sonographie (Duplexsonographie, Vaskulitis-Diagnostik), Abdomen-Sonographie, Schilddrüsen- und Speicheldrüsen-Sonographie, Röntgen, CT / MRT, Skelett-Szintigraphie, inkl. SPECT, Angiographie
• Kapillarmikroskopie
• Polarisationsmikroskopie
• Knochendichtemessung in Kooperation mit dem MVZ-Stolberg bzw. Dr. Hickmann
• Immunmodulierende Therapien mit Biologika, small-molecules, DMARDs etc.
• Intravenöse Ilomedin-Therapie bei kritischer akraler Durchblutungsstörung
• Intravenöse Cyclophosphamid-Therapie
• Spezifische osteologische Therapien bei Osteoporose
• Gelenkpunktionen (diagnostisch / therapeutisch), transorale peridentale Steroid-Infiltration (CT-gesteuert)
• Radiosynoviorthese (Kniegelenke)
 
 
Infusionsambulanz
Schwester Ramona
 
Wir bieten Ihnen im Rahmen des internistischen PJ-Tertials die einzigartige Möglichkeit, einen Einblick in die faszinierende Diagnostik und Therapie internistischrheumatologischer Krankheitsbild zu bekommen. Dies gilt sowohl für den stationären Bereich mit täglichen Visiten, die Funktionsdiagnostik (u.a. Gelenksonographie, Gelenkpunktionen, Kapillarmikroskopie) und die z.T.  komplexen immunmodulierenden Therapien als auch für den ambulanten Bereich im Rahmen der rheumatologischen Sprechstunde.
Ihre Ansprechpartner:
Dr. med. Peter Bartz-Bazzanella
Ärztlicher Leiter
Tel. 02405 62-7383

Agnes Gniezinski-Schwister
Oberärztin
PJ-Verantwortliche
Tel. 02405 62-7355
Top